Rückblick Turnier 2004
von Sabine Proßnegg
| Fotos | ORF-Bericht | Ergebnisse | Bewerbe im Detail |
Als bekannt wurde, dass das erste internationale
Turnier der Takeda- Schule außerhalb Japans veranstaltet werden soll,
waren alle von der Idee begeistert. Deshalb hat Andreas Schoch, als
die Frage nach dem Austragungsort aufgeworfen wurde, ohne zu Zögern
seine Hand in die Höhe schnepfen lassen und damit stand fest: der
Austragungsort des 1. Internationalen Takeda-Turniers ist Graz.
Eine einmalige Chance für unseren Grazer Verein, obwohl wir –
besonders Andreas – bei den Vorbereitungsarbeiten manchmal ganz schön
ins Schwitzen kamen, und das nicht nur beim Mattentragen. Schließlich
musste alles organisiert werden, angefangen von der geeigneten Halle,
den Sponsoren und dem Ehrenschutz über unzählige Briefe und
persönliches Lobbying, der Erweiterung der Homepage bis zum
Programmheft, dem Plakat, den Eintrittskarten, sowie der Nächtigung
und der Verköstigung der Teilnehmer.
Schwierig einzuschätzen, mangels Vergleichszahlen, war vor allem die
Anzahl der möglichen Turnierteilnehmer und natürlich auch der
Zuschauer.
Die Mühen machten sich aber rasch bezahlt. Nach Veröffentlichung der
Ausschreibung trafen die ersten Anmeldungen ein, insgesamt sollten es
55 werden.
Schließlich war es soweit, das lang ersehnte Pfingstwochenende war
gekommen. Der Samstag war geprägt von den Dan-Prüfungen, sowie von den
intensiven Vorbereitungen für das Turnier selbst. Dabei gab es leider
eine Verletzung, wenn glücklicherweise auch die einzige ernsthafte
Verletzung des Wochenendes. Shihan Christian Walter schnitt sich mit
dem Katana bei Schnittübungen. Schade, denn damit schied er für
die Vorführungen aus, glänzte aber durch eine dick eingebundene Hand, die
insbesondere bei seinen Bewertungen gut zur Geltung kam.
Belohnt wurden jene, die sich zum gemeinsamen Abendprogramm angemeldet
hatten, durch einen sehr netten Empfang im Rathaus durch Bürgermeister
Siegfried Nagl, inklusive einem Glas Sekt und einmal winken vom
Rathausbalkon. Beim anschließenden, übrigens hervorragendem, Essen im
Hotel Weitzer wurde zur weiteren Einstimmung auf das Turnier die
Verlosungen vorgenommen.
Am Sonntag wurde das Turnier mit der Takeda-Hymne und dem Gelöbnis von
Andreas, im Namen aller mit Hingabe gesprochen, nämlich sich fair zu
Verhalten und seine Partner zu respektieren, vom Bürgermeister und von
Shihan Siegfried Kobilza feierlich eröffnet.
In der Halle gab es drei Kampfflächen und die Teilnehmer wurden
entsprechend ihrer Graduierung, Kyu, Dan und Sensei, der jeweiligen
Mattenfläche zugeteilt.
In Aikido hatten die Kyu Grade die meisten Bewerbe zu absolvieren, Kumite Randori, Tori Waza Randori und Sogo Randori. Das Niveau bei den
Kyu Graden war durchwegs sehr hoch und entsprechende Leistungen wurden
geboten.
Bei den Dan Graden gab es die Bewerbe Tori Waza Randori und Sogo
Randori in Aikido und Batto Shiai in Iaido.
Am spektakulärsten war natürlich die Darbietung der Senseis, auf
dieser Wettkampffläche wurden wirklich sehenswerte Kämpfe geboten.
Leider blieb uns als Teilnehmer wenig Zeit zum Staunen.
Pünktlich um 13 Uhr waren die Vorrunden abgeschlossen, und auch die
ausdauerndsten Kämpfer waren bereit für eine längere Pause.
Am Nachmittag gab es nur mehr eine Kampffläche, auf der die
Finalrunden unter tosendem Applaus der Zuschauer, die manchmal sogar
ein wenig eingebremst werden mussten, ausgetragen wurden. Bei den
Finalrunden hatten die Schiedsrichter des öfteren schwierige
Entscheidungen zu treffen, und sowohl die Teilnehmer als auch das
Publikum wurden teilweise ziemlich lange auf die Folter gespannt. Die
Bewerbe wurden jeweils beginnend bei den Kyu Graden rotierend
ausgetragen, erweitert um die Jiyugata Aikido und Iaido sowie um die
Batto Shiais der Dan Grade und Lehrer.
In den Pausen am Nachmittag gab es großartige Darbietungen der Lehrer,
die ansonsten als Schiedsrichter ständig und unermüdlich im Einsatz
waren. Unter anderem wurden Koryu Waza, Schwertabwehr, Schnittübungen
und eine Iaido Kata gezeigt.
Im Laufe des Nachmittags traf auch ein Team des ORF ein, und so konnte
man am Montag in „Steiermark
heute“ einen sehr gelungenen Zusammenschnitt einiger Bewerbe und
Vorführungen sehen.
Bei der Siegerehrung wurden zahlreiche Pokale sowie Urkunden vergeben
und Siegfried Kobilza fand lobende Worte für alle Teilnehmer, nicht
nur wegen ihrer guten Leistungen, sondern auch für das faire Verhalten
und den verletzungsfreien Verlauf des Tages.
Ehrenpreise, handgefertigt von unserem Grazer Tischlermeister Georg
Rossmann, wurden dem ältesten Teilnehmer und dem Organisator, unserem
Andreas, zuteil.
Abgerundet wurde der Tag durch eine Einladung von Shihan Siegfried
Kobilza in ein nahegelegenes Restaurant, auch als kleines Dankeschön
für die stillen Helfer, die für den reibungslosen Ablauf des Turniers
gesorgt hatten.
Bleibt zu hoffen, dass diese Veranstaltung allen Teilnehmern,
Schiedsrichtern und Zuschauern gefallen hat und in bester Erinnerung
bleibt. Darüber hinaus hoffen wir natürlich, dass dieses Turnier kein
Einzelereignis bleibt, sondern in Zukunft zu einem Fixstern am
europäischen Takeda Himmel wird.